Bereits seit einigen Jahren zeigt sich, dass langzeitarbeitslose Männer und Frauen von der anhaltend guten Wirtschafts- und Beschäftigungslage nicht in dem Maße profitieren, wie Menschen, die erst kurze Zeit in der Arbeitslosigkeit verweilen. Trotz Ausschöpfung aller Möglichkeiten gelingt es nur sehr schwer, diese Personen wieder am Arbeitsmarkt zu platzieren. Der Sockel der Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich. Beim Jobcenter Rems-Murr sind derzeit rd. 2.100 Personen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet, davon ca. 640 schon über 3 Jahre lang.

Fortgeschrittenes Alter, fehlende berufliche Qualifikation, mangelnde Berufserfahrung, gesundheitliche Einschränkungen, Sprachprobleme und Kinderbetreuung sind häufig die Gründe, die eine berufliche Integration erschweren oder gar aussichtslos erscheinen lassen. Kommen dann im Einzelfall mehrere Vermittlungshemmnisse zusammen, wird es sehr problematisch.

Dieser Entwicklung tritt das Jobcenter Rems-Murr nun massiv entgegen. Seit Herbst 2015 nehmen wir an drei Bundesprogrammen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit teil:

a)    ESF-Bundesprogramm „Langzeitarbeitslosigkeit“

b)    Bundesprogramm „Soziale Teilhabe

c)    Bundesprogramm „A-B-C-Netzwerk“

Die Programme laufen bis Ende 2018 bzw. 2020. Mit zusätzlichen Fördermitteln i.H. von nahezu 6,4 Mio. EURO werden wir neue Wege gehen und Menschen, die bereits lange Zeit vom Erwerbsleben ausgegrenzt sind, wieder in den Arbeitsmarkt integrieren. Unser erklärtes Ziel ist es, bei so vielen wie möglich, mittel- oder langfristig Hilfebedürftigkeit ganz oder teilweise zu beenden.

Wie soll das geschehen?

Es hat sich gezeigt, dass der Langzeitarbeitslosigkeit mit den bisherigen Mitteln und Möglichkeiten nur sehr bedingt beizukommen ist. Deshalb kümmert sich im Jobcenter Rems-Murr nun ein Spezialisten-Team, bestehend aus 8 Integrationskräften und einem Betriebsakquisiteur, ausschließlich um Langzeitarbeitslose, die die Aufnahmevoraussetzungen für eines der genannten Programme erfüllen. Dies prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spezialisten-Teams in jedem Einzelfall. Bei Aufnahme in eines der Programme erfolgen eine ausführliche Standortbestimmung, eine intensive Beratung und gezielte Integrationsbemühungen unter Einsatz finanzieller Hilfen.

Was ist neu?

Neu an den genannten Programmen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit sind:

  • bessere Betreuung und engere Kontaktdichte durch günstige Betreuungsrelation
  • bewerberbezogene Stellenakquise
  • begleitendes Coaching während des Beschäftigungsverhältnisses
  • Einbindung aller Netzwerkpartner im Rems-Murr-Kreis
  • günstige Förderkonditionen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Selbstverständlich kommen alle Förderinstrumente des Sozialgesetzbuches II (SGB II), die im Einzelfall zur beruflichen Integration beitragen können, zum Einsatz.

Welche Vorteile bringen die Programme?

Durch ein günstiges Betreuungsverhältnis wird sichergestellt, dass die Integrationsfachkräfte mehr Zeit haben für eine individuelle Problemlösung. Die geschieht durch engere Kontaktdichte, ausführliche Beratungsgespräche, gemeinsames Erarbeiten von Lösungsansätzen, Arbeitgebergespräche und Auswahl von erfolgsorientieren Förderinstrumenten (z.B. Weiterbildungsmaßnahmen, Lohnkostenzuschüssen, Betriebspraktika, Trainingsmaßnahmen, Coaching).

Arbeitgebern können lukrative Lohnkostenzuschüsse bei Einstellung von Langzeitarbeitslosen gewährt werden. Die Förderkonditionen sind deutlich günstiger als bei den „klassischen“ Eingliederungszuschüssen

Die Teilnahme an den Programmen ist freiwillig. Wer also in das Programm aufgenommen werden möchte, muss eine hohe Bereitschaft mitbringen, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen und alle Chancen zu nutzen, um die Hilfebedürftigkeit zu beenden. Die Integrationsfachkräfte des Spezialisten-Teams des Jobcenters Rems-Murr helfen, indem sie das gesamte Serviceangebot nutzen.

Es lohnt sich also, dabei zu sein.

Tschüss Langzeitarbeitslosigkeit!

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